Gemeinschaftsleben - Zeichen der Einheit in Verschiedenheit

Verschiedenheit der Gaben

Gabe des Glaubens, des Hoffens, des Liebens, des Rates, der Rede, des Heilens, der Freude, der Unterscheidung der Geister, der Kritikfähigkeit, der Weisheit, der Frömmigkeit, der musischen Fähigkeiten, des praktischen Sinns, des Zuhörens, des Organisierens, des Leitens, des Motivierens, der Aufmerksamkeit, des Teilens, der Verschwiegenheit, der Versöhnlichkeit, des Ermutigens, des Aufrichtens, des Trostes, des Mitleidens, des Befreiens, der Friedfertigkeit, der Geduld, der Güte, der Dankbarkeit, der Treue, des Ertragens ...

Verschiedenheit der Dienste

Unterricht, Sekretariat, Pforte und Gästebereich, Leitung der Gemeinschaft, Sakristei, Verwaltung, Küche, Wäscherei, Schulbücherei, Schulseelsorge, Raumpflege und Raumgestaltung, Krankenpflege, Öffentlichkeitsarbeit, Festgestaltung, Kontaktpflege zu Altschülerinnen, Archiv, Verantwortung für die Gestaltung der Liturgie, für die Instandhaltung der Gebäude und die Atmosphäre im Haus, für die Kleidung …

„Andererseits ist es Aufgabe der Gemeinschaft, den Raum zu schaffen, in dem sich die einzelne in einem Prozess menschlichen und religiösen Wachstums entfalten kann, wo sie sich von der Liebe der Mitschwestern immer wieder angenommen weiß, wo sie über Probleme und Schwierigkeiten mit Freimut sprechen kann. ...

Wie sich in der konkreten Situation das Verhältnis von Einfügung und individueller Entfaltung innerhalb der Gemeinschaft zu gestalten hat, erkennen wir im Gebet und im offenen Gespräch.“ (Konst. 1, 10) Hierzu der Hl. Augustinus: „Nicht jeder werde in gleicher Weise zugeteilt, sondern vielmehr jeder nach ihrem Bedarf.“

 

Leben in Gemeinschaft heißt:

·   den Ruf Gottes hören und in je persönlicher Weise beantworten

·   Gaben und Talente selbstlos zur Verfügung stellen

·   Schweres mittragen, sich gegenseitig helfen und ergänzen

·   Verschiedenartigkeit der Anlagen und Temperamente bejahen

·   hellhörig und verständnisvoll für die Bedürfnisse der anderen sein

·   Aufmerksamkeit gegenüber den an Krankheit, Alter, Überlastung oder anderen

   Schwierigkeiten leidenden Schwester

·  Spannungen durchtragen und überwinden in Liebe und Umkehr

·   gemeinsames Beten und gemeinsames Mahl; Rekreation

Für eine augustinische Gemeinschaft hat das klösterliche Zusammenleben einen hohen Stellenwert. Es bedarf des klugen Abwägens von Nähe und Distanz, von gemeinschaftlichen Aktivitäten und persönlichen Entfaltungsmöglichkeiten. Jede Art von Gleichmacherei widerspräche dem, was der Hl. Augustinus für ein gelingendes Gemeinschaftsleben vorschlägt. Als Frauen dieser Zeit suchen wir nach Antworten in unserem Leben auf die Fragen dieser Zeit mit unserem Leben.


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