Berichte / Top Infos - 2018
28. Oktober 2018 - "Nimm und lies" - augustinisches Literaturcafé

Auf seinem Bekehrungsweg hörte der hl. Augustinus in seinem Innern die Worte "Nimm und lies", woraufhin er zur Bibel griff und dort im Römerbrief auf das entscheidende Wort traf, das seine Lebenswende herbeiführte.

Ein Kloster ohne Bücher ist unvorstellbar. Gewöhnlich wird bei den Mahlzeiten vorgelesen, darüber hinaus gehört das Lesen aus der Hl. Schrift, die lectio divina, oder aus sonst einem geistlichen Buch zum täglichen Programm.

Warum sollten wir im Konvent also nicht zu einem Literaturcafé einladen und uns darin über Literarisches austauschen? In unserer ersten Veranstaltung dieser Art stellten wir einander gegenseitig erst kürzlich oder auch wiederholt gelesene Bücher vor, gaben Lesetipps und erfuhren auf diese Art und Weise etwas über unsere literarischen Vorlieben. Die Spannbreite der vorgestellten Bücher reichte von Ernsthaftem bis zu Lustigem, von Geistlichem bis zu Informativem, von Berührendem bis hin zu Nachdenklichem.


2. Oktober 2018 - Besuch der Benediktinerinnen aus Fulda

14 Benediktinerinnen der Abtei zur Hl. Maria in Fulda samt Klosterhund Momo besuchten uns, um unser Kloster zu besichtigen. Das Augenmerk galt dabei im Besonderen der Verbindung aus Alt und Neu, aus Bestand und Umsetzung behördlicher Vorgaben im Rahmen der Klostersanierung 2007/2008. Wir freuen uns darüber, dass wir von unseren Gästen immer wieder die Rückmeldung bekommen, dass dieses Vorhaben sehr ansprechend gelungen ist und dass wir anderen Klöstern mit Anregungen bezüglich Planung und Durchführung, Verwendung von Materialien, und Umnutzung nicht mehr benötigter Flächen im Kloster behilflich sein können.


12. September 2018 - Goldprofess der Schwestern M. Antonia, M. Theresia und M. Veronika

Für unseren Konvent ist es etwas Besonderes, dass drei Schwestern am selben Tag Ihre Zeitlichen Gelübde abgelegt haben und heute nunmehr nach 50 Jahren auch diesen Gedenktag gemeinsam feiern können.

Am 8. September 1968 trauten Sie sich, in einem großen Konvent von genau 50 Schwestern, Ihr Ja auf Gottes Anruf zu sprechen. Heute gehören Sie in einer überschaubaren Gemeinschaft zwar zum fortgeschrittenen Mittelalter, doch prägen Sie drei nach wie vor unser schwesterliches Zusammenleben und unsere Außenkontakte.

Als 68-er Generation kam Ihnen hier in unserem Kloster wohl vor allem die Rolle zu, Brücken zu bauen zwischen vorkonziliarem Ordensleben und einer Öffnung ins Heute. Darüber hinaus haben Sie Weichen in der Schule gestellt.

Ist es Zufall, dass ein Auftrag unseres Ordensgründers Pierre Fourier an seine Ordensfrauen, sie sollten "mater et magistra" sein, von Johannes XXIII. im Jahr 1961 mit der gleichnamigen Enzyklika ein Wesensmerkmal der Kirche hervorhob und damit Neuland betrat?

Mater et magistra - Mutter und Lehrmeisterin - diese Verbindung ist das Erfolgsrezept, das Pierre Fourier der jungen Gründung ans Herz legte. In unterschiedlicher und je persönlicher Weise haben Sie drei diesen Auftrag verinnerlicht und leben ihn.

Unsere Schülerinnen und jetzt auch Schüler, Menschen verschiedenster Altersgruppen begegnen in Ihnen Frauen mit einem hohen Maß an Einfühlungsvermögen und Verständnis. Egal, um welche Notsituation es sich handelt, Ihre mütterliche Zugewandtheit ist spürbar. Sie nehmen sensibel wahr, wessen ein anderer Mensch bedarf und können sich einschwingen auf das, was ihn bewegt. Wie Pierre Fourier eine besondere Zuneigung zu den Schwachen und Unterdrückten hatte und diese durch Schulbildung aus ihrer erniedrigten Situation befreien wollte, so führen auch Sie Menschen über sich hinaus. Als magistra wissen Sie - jede auf Ihre persönliche Art - zu motivieren, zu begeistern, auch zu fordern. Es geht Ihnen darum, die Möglichkeiten, die in einem Menschen stecken, hervorzulocken und zu mehren, so dass er menschlich, geistig-geistlich wächst, das Beste aus sich herausholt.

Und nicht zuletzt gelingt es Ihnen, wie die Vision des "Fais-le grandir" von Mutter Alix ausdrückt, Gott in Ihren Herzen lebendig zu halten und die daraus empfangenen Gaben auch mit anderen Menschen zu teilen.

Deshalb danken wir heute mit Ihnen Gott für Ihre Berufung, für Ihre Treue, für Ihre Identität als Augustiner Chorfrau und Ihr Vorbild als mater et magistra.

Sr. M. Ancilla Ernstberger, Oberin


13.-20. Mai 2018 - Taizé-Fahrt

Sieben Schülerinnen, die über den Religionsunterricht hinaus Interesse an theologischen und spirituellen Fragestellungen und an der Umsetzung des Gelernten in ihr Leben haben, fanden sich bereit, mit Sr. Ancilla eine Fahrt nach Taizé in Burgund zu unternehmen. Die Schülerinnen und Sr. Ancilla treffen sich bereits seit August 2017 jeweils einmal wöchentlich außerhalb der gewöhnlichen Unterrichtszeit, um praktischen Glauben einzuüben, zu diskutieren, zu singen und zu beten. Diese Treffen mündeten schließlich in eine gemeinsame Woche in Taizé, wo wir neben der dort ansässigen Brüdergemeinschaft auf bis zu 3.000 weitere Jugendliche und junge Erwachsene trafen. Die einfache Spiritualität, bestehend aus Gesängen, kurzen Schriftworten und -meditationen und Gebeten, sprach auch die Schülerinnen aus St. Michael sehr an. Reich beschenkt und wohlbehalten kehrten wir nach Paderborn zurück und sind bestrebt, das Erfahrene möglichst lange im eigenen Leben und in der Begegnung mit anderen Menschen weiterleben und -klingen zu lassen.


21. April 2018 - Tag der offenen Klöster

Wie fast überall im Land war auch bei uns der von der DOK (Deutsche Ordensobernkonferenz, Bonn) ins Leben gerufene "Tag der offenen Klöster" gut besucht. Das Wetter war so freundlich wie unsere Gäste und am gleichen Nachmittag stieg der SC Paderborn in die zweite Fußball-Bundesliga auf. Für viele Passanten war das ein dringender Grund, die Heimreise antreten zu müssen, aber die Menschen, die zu uns gekommen sind, zeigten großes Interesse an unserem Kloster(leben), gepaart mit viel Wohlwollen und Wertschätzung für unsere Lebensform. Mitglieder des Freundeskreises unterstützten uns beim Empfang und der Bewirtung unserer Gäste, sodass wir Schwestern uns ganz den Fragen und Anliegen der Besucher widmen und unser Haus und das Leben darin vorstellen konnten.


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