Aus der Klosterchronik 2009 / 2010

Nach den bewegten und bewegenden Jahren des 350-jährigen Jubiläums und der Klosterrenovierung ist der normale Klosteralltag im Jahresrhythmus wieder eingekehrt, wobei das "Normale" bei uns Schwestern auch Ungewöhnliches, Besonderheiten und Höhepunkte einbezieht.

September 2009

In den ersten Wochen nach den Sommerferien waren im Kloster innerhalb der Klausur öfters ungewöhnliche Stimmen zu hören. Alle neuen Schülerinnen der 5. Klassen (vier vom Gymnasium, 2 von der Realschule) durften jeweils zwei Stunden lang das Kloster besichtigen. Sr M. Theresia führte die Klassen durch alle Etagen zu den Gemeinschaftsräumen und beantwortete viele Fragen der Mädchen. Ihr besonderes Interesse fanden die großen Tafeln mit den Namen und Daten aller verstorbenen Schwestern. Auch die oberste "Veranda" gefiel den Schülerinnen wegen der schönen Aussicht von oben auf die Schule - bis in einzelne Klassenzimmer, auf den Dom und den Abdinghof.
So viele Generationen von Schülerinnen haben bisher wegen der strengen Klausurvorschriften nie gewusst, was sich hinter den Mauern direkt neben der Schule verbirgt! Da nur noch Sr. M. Ancilla und Sr. M. Ulrike im Unterricht und Sr. M. Antonia in der Schülerbücherei in direktem Kontakt zu den Schülerinnen stehen, machte die Fachkonferenz Religion den Vorschlag zu dieser Art der Verbindung von Kloster und Schule.

Der Freundeskreis St. Michael hatte in Zusammenarbeit mit der Buchhandlung Linnenmann den Bestsellerautor Manfred Lütz eingeladen. Der renommierte Psychologe, Theologe und Essayist ist Chefarzt eines psychiatrischen Krankenhauses und als Experte in Hörfunk und Fernsehen bekannt. Es gelang ihm, die zahlreichen Zuhörer in der überfüllten Aula in seinen Bann zu ziehen und aus seinem Buch "Lebenslust" scharfsinnig und humorvoll die neue "Gesundheitsreligion" zu charakterisieren, an deren Stelle er als überzeugter Christ die wahre Freude am Leben vermittelte, die nicht ein künstliches Produkt der Gesundheitsindustrie ist.

Im Rahmen der "Spirituellen Nacht" als Teil des Festivals Musica Sacra am 19.09. fand in unserer Kirche ein Konzert statt. Das preisgekrönte Trio mit Christine Hinrichs (Sopran), Sabine Jankowski (Mezzosopran) und Stephanie Neesen (Alt) sang drei Programme a capella: Marienlieder und Gesänge der Jakobspilger, Empfindsames aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert und sakrale Festgesänge aus Mittelalter und Moderne. Die zahlreichen Konzertbesucher waren voll des Lobes. Die Solistinnen selber waren begeistert von der Akkustik unserer Kirche.
Am gleichen Tag waren bei uns noch zwei andere Besuchergruppen zu Gast. Die Abiturientinnen des Jahrgangs 1959 und die Teilnehmer des "Wüstentages".

Oktober 2009

Am Weihetag unserer Michaelskirche, der jeweils am Sonntag nach dem Michaelsfest begangen wird, hatten wir einen feierlichen Gottesdienst, den Msgr. Dr. Michael Menke-Peitzmeyer zelebrierte. In seiner beeindruckenden Predigt machte er deutlich, inwiefern Kirchenräume ein Geschenk für uns sind und bleiben und dazu gefüllte Räume sind. Seine Sicht gab uns und den vielen Besuchern wichtige Impulse zur Wertschätzung unserer Klosterkirche. Die Messe wurde musikalisch in großartiger Weise gestaltet vom Vokalensemble "Capella Paderbornensis" unter der Leitung des ehemaligen Domkapellmeisters Theodor Holthoff.

45 Sekretärinnen der bischöflichen Schulen im Erzbistum sowie einige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Schulabteilung verbrachten auf Einladung des EGV einen gemeinsamen Nachmittag zum Kennenlernen und gegenseitigen Austausch bei uns. Nach einer Kirchenführung mit Sr. M. Theresia trafen sie sich in der neu gestalteten Cafeteria, wo Sr. M. Laetitia Kaffee und Kuchen vorbereitet hatte.

Eine hundertjährige Bekanntschaft mit dem Michaelskloster war der Anlass zu einem Treffen von 10 Mitgliedern der Familie Schulze-Eckel. 1909 kam die Mutter unserer inzwischen verstorbenen Schwester M. Remigia als Internatsschülerin zu uns. Ihr folgten die Töchter Maria, Sr. M. Remigia, und Gertrud. Letztere kommt bis heute treu und gern von ihrer Heimat Borken/Westf. zu mehrtägigem Besuch ins Michaelskloster.

Als weitere Gäste konnten wir in diesem Monat noch zwei Gruppen begrüßen: Im Rahmen einer Klostertour interessierte sich eine Gruppe der Heimvolkshochschule Kloster Donndorf in Thüringen für die Geschichte unseres Klosters und für unsere Lebensaufgaben als Augustiner Chorfrauen. Sr. M. Theresia gab eine Einführung und stellte sich den vielen Fragen der Besucher.
Aus Hövelhof kam eine große Gruppe von Frauen der KFD mit ihrer Leiterin Frau Sporkmann-Vogler, Mutter einer früheren Schülerin, die sich eine Kirchenführung wünschte und abschließend eine Andacht hielt.

Neben den zahlreichen Veranstaltungen für Gäste gab es für uns Schwestern einen Abend für die persönliche Gesundheit. Fast alle Schwestern folgten einer Einladung der Physiotherapeutin Gudrun Mertens, die in unserer Nachbarschaft wohnt, zu einer Stunde Krankengymnastik und Übungen der "Cross-Methode". Sie verstand es, jeder Schwester - im Habit und mit Schleier oder im Sportzeug - die für sie möglichen Übungen zu zeigen. Auch die älteren Schwestern konnten die Übungen durchführen und ihre positiven Auswirkungen im Körper spüren, allen voran Sr. M. Paula mit ihren 91 Jahren. Der Spaß fehlte auch nicht dabei.

November 2009

Anlässlich des 250. Geburtstages von Friedrich Schiller konnten wir in der Aula einen spannenden Literaturabend erleben mit der Schauspielerin und Rezitatorin Cornelia Kühn-Leitz. Mit ihrer ausdrucksstarken Stimme gelang es ihr, das Zuhören zu einem reinen Vergnügen werden zu lassen. Mehrere der ausgewählten Gedichte und Balladen waren der Generation 60 + aus dem Publikum noch gut aus der eigenen Schulzeit bekannt; sie hätten sie auswendig mitsprechen können.
Es gab auch wieder einen musikalischen Genuss in unserer Klosterkirche dank der Capella Paderbornensis, die schon im Oktober bei uns im Gottesdienst gesungen hat. Sie lud diesmal zu einem Konzert ein mit geistlicher Chormusik von Rheinberger, Bruckner, Reger, Mendelssohn und Poulenc. Für die zahlreichen Zuhörer war dies ein echtes musikalisches Erlebnis.

Dezember 2009

Am 1. Advent gestalteten wir mit unserer Schola eine Betstunde im Dom zur Eröffnung des Ewigen Gebetes. - Die Schola kommt eigentlich nie aus der Übung, da sie wenigstens jeden Monat sonntags eine Choralmesse mit Proprium und Ordinarium singt, dazu an allen größeren Festen und zu besonderen Anlässen auch mehrstimmige deutsche Gesänge. Sr. M. Laetitia legt natürlich als gewissenhafte Leiterin auch Wert auf die wöchentliche Probenstunde.

"Adventliche Menschen - Menschen, die mit Gott rechnen." Mit diesem Thema lud der Freundeskreis zu der traditionellen besinnlichen Stunde zu Gaudete in unsere Kirche ein. Als Prototyp des adventlichen Menschen stellte Frau Rita Mecke Johannes den Täufer vor anhand eines Holzschnittes von Thomas Zacharias. Da auch unsere sel. Mutter Alix ein adventlicher Mensch war, wählte Herr Hartmut Mecke Themen aus dem Oratorium "Fais le grandire" von J. Bitsch zum Orgelspiel aus. Herr Dr. Hohmann zeigte in seiner Ansprache auf, dass wir mit Gott immer rechnen können, da Gott Mensch geworden ist. - Die zahlreichen Besucher trafen sich nach der Andacht mit uns bei Glühwein und Plätzchen (von Sr. M. Anna gebacken) in der Kloster-Eingangshalle.

Eine Adventsfreude anderer Art konnten wir hautnah miterleben bei der Weihnachtsaktion der "Paderborner Tafel". Sie war unter das Leitwort gestellt "Wenn jeder gibt, was er kann, können sich auch bedürftige Menschen im Kreis Paderborn auf schöne Festtage freuen." Hunderte von Päckchen und Paketen mit haltbaren Lebensmitteln wurden bei uns abgegeben. Ehrenamtliche Helfer der "Tafel" verteilten sie an Bedürftige. Die ersten kamen schon zwei Stunden vor der Ausgabe in freudiger Erwartung. Da nahmen sie gern die Warteschlange bei eisiger Kälte (-10°C) im Kloster-Innenhof in Kauf.

Am Nachmittag des 4. Adventssonntags war unser Kloster so verlassen wie wohl noch niemals zuvor in seiner Geschichte. Alle Schwestern waren der Einladung von Msgr. Andreas Kurte, Leiter der Personalabteilung im EGV, zum Kaffee in seinem kürzlich bezogenen, renovierten Haus neben der Busdorfkirche gefolgt. Herr Kurte zelebriert öfters bei uns die Konventsmesse und hinterlässt jeweils einen nachhaltigen Eindruck mit seinen Predigten.
An dieser Stelle sollen aber auch die anderen Zelebranten nicht vergessen sein, die uns mit ihren Predigten oder Einführungen in die Messfeier wertvolle Anregungen im geistlichen Leben geben. Dreimal wöchentlich gibt uns Herr Generalvikar Alfons Hardt in bewundernswerter Treue anhand der Lesungen des Tages hilfreiche Impulse zum gelebten Glauben. Prof. Dr. Peter Schallenberg versteht es in seiner fesselnden Art, uns wichtige geistliche Themen nahe zu bringen, nicht ohne konkrete Tipps und einen Schuss Humor. Herr Prälat Hochstein hat immer ein passendes Zitat eines Heiligen oder aus der reichen Tradition unserer Kirche zur Einführung bereit, das er auf unsere heutige Situation hin deutet. Wir wissen es wohl zu schätzen, dass wir täglich mit diesen spirituellen Impulsen beschenkt werden und sind den Priestern, auch denen, die nicht ganz so regelmäßig wie die genannten mit uns Eucharistie feiern, sehr dankbar.

Januar 2010

"Das Wort Christi wohne mit seinem ganzen Reichtum bei euch." Eph 5,19 Unter dieses Leitwort stellte Sr. M. Ancilla das Neue Jahr in ihrer Ansprache an den Konvent.
In der ersten Jahreswoche begingen wir unsere jährlichen Exerzitien, ein Fest der Muße im Freisein für Gott. Dompastor Msgr. Alois Schröder übernahm ihre Begleitung und gab im Kontext von Weihnachten in seinen Impulsvorträgen Anregungen, um "leibhaft glauben und leben" zu können. Geistlich gestärkt erneuerten wir zum Abschluss am Hochfest der Erscheinung des Herrn unsere Gelübde. Nur unsere Schwester M. Elisabeth konnte nicht dabei sein, da sie sich am Neujahrsmorgen bei einem Sturz in ihrem Zimmer den Arm gebrochen hatte und operiert werden musste.

Zum Ausklang der Weihnachtszeit fand wieder die traditionelle kirchenmusikalische Andacht unserer Schulen statt. Ein Quintett von Schülerinnen sowie Solistinnen mit Flöte und Violoncello spielten in hervorragender Weise Werke von J. S. Bach. Außerdem erfreuten der Lehrerchor unter der Leitung von Frau Katharina Messerschmid und der Schulchor unter der Leitung von Herrn Stefan Jung die zahlreichen Zuhörer mit ihren Gesängen.

Bald nach den Weihnachtsferien verabschiedeten wir in einer Feierstunde die langjährige, allseits beliebte Sekretärin der Realschule, Frau Veronika Arendes, in den gewünschten Vorruhestand (s. an anderer Stelle). Sie bleibt uns als aktives Mitglied des Freundeskreises weiterhin verbunden, indem sie an unserer Klosterpforte einen Dienst übernommen hat, wo sie mit ihrer Kompetenz und Freundlichkeit dem Kloster eine Stütze ist.

In derselben Feier wurde Frau Gabriele Jöring geehrt, die seit 25 Jahren an der Realschule tätig ist. Sr. M. Ancilla, Frau Oppenhoff seitens der Schulleitung und der Lehrerrat würdigten ihre Bildungs- und Erziehungsarbeit, die sie in menschlich und fachlich vorbildlicher Weise leistet. Wir danken Frau Jöring für ihr Engagement im Geist unseres christlichen geprägten Schullebens, das sie durch ihre Menschenfreundlichkeit wesentlich mitgestaltet und bereichert.

Die erste Besuchergruppe in diesem Jahr waren Frauen der KFD Boke, die auf Anregung von Frau Gertrud Uhling, unserer ehemaligen Lehrerin an der Realschule, zu uns kamen. Bei einer Führung durch Kirche Kloster und Schule konnte Sr. M. Theresia die Geschichte des Hauses erläutern. Nach einem gemütlichen Kaffeetrinken stellte Sr. M. Ancilla anhand einer PowerPoint Präsentation unser Ordensleben vor. Viele Fragen der Gäste führten zu einem regen Austausch mit den Schwestern. Zum Abschluss betete die Frauengruppe mit uns gemeinsam die Vesper.

Auch wir selber durften Gäste sein. Das Kollegium der Realschule hatte uns wieder, wie schon oft in den Jahren zuvor, zu einem festlichen Abendessen eingeladen. Die Ergebnisse der Kochkünste der Lehrerinnen und Lehrer schmeckten köstlich. Dazu regte ein guter Wein zu munteren Gesprächen an.

Februar 2010

Am "Tag des geweihten Lebens", 02. Februar, sollte eigentlich im Anschluss an die Bischofsmesse im Dom ein Treffen aller Ordensleute der Diözese bei uns stattfinden, mit Imbiss und Gesprächsgruppen zu ausgewählten Themen. Das extreme Wetter mit Schnee, Sturm und Straßenglätte verhinderte dies aber. Schon im Laufe des Nachmittags stellte sich heraus, dass Ordensleute aus dem Siegerland und aus dem Kreis Höxter nur mit größter Mühe die Straßen passieren konnten. Für ganz OWL gab es Unwetterwarnungen.

Mit Beginn des 2. Schulhalbjahres hat sich Sr. M. Veronika in einer Feierstunde aus dem aktiven Schuldienst verabschiedet. Sie führt zwar noch ihren Religionskurs in Jahrgang 13 zum Abitur, ist aber bis zur Vollendung ihres 65. Lebensjahres im Vorruhestand.
Sr. M. Ancilla würdigte in ihrer Begrüßung Sr. Veronikas Wirken als Oberin und kluge Ratgeberin, als geschätzte Fachkollegin und Seelsorgerin. Den Festvortrag hielt Frau R. Nothelle über die Montessori-Pädagogik. Als Leiterin der Montessori-Schule in Leipzig, einer Mittelpunktschule mit Gymnasium im Aufbau, in der sie mit großem Engagement wirkt, war sie eine sehr kompetente Referentin zu diesem Thema. Herr Hartmut Mecke hob als früherer Leiter des Gymnasiums in seiner Laudatio die Verdienste von Sr. M. Veronika für die Schule während ihrer Zeit als Oberin hervor. Als erster weltlicher Schulleiter am Gymnasium St. Michael erinnerte er an die gute Zusammenarbeit mit ihr. Sr. Veronika ihrerseits bedankte sich bei allen für die Unterstützung, die sie erfahren hat, und versprach dem Kollegium, ihm weiterhin verbunden zu bleiben. Einen musikalischen Beitrag zur Feier leistete eine stattliche Gruppe von Lehrerinnen, die früher unsere Schule als Schülerinnen besuchten. Fortsetzung machte beim anschließenden Imbiss der Lehrerchor sowie Herr U. Lappe mit Improvisationen am Schlagzeug. In origineller Weise überreichte der Lehrerrat zum Abschluss Sr. M. Veronika als Geschenk eine Reise an die Ostsee. Sie kann nun erleichtert aufatmen.

Gefeiert wurde noch mehr in diesem Monat. Aus Anlass der Vollendung des 50. Lebensjahres (23.02.) der Leiterin unserer Realschule, Frau Gertrud Oppenhoff, fand u.a. zu ihrer Überraschung auf Einladung der SV in der Aula ein musikalischer Abend mit dem Gesangstrio "Silkship" statt, das mit bekannten Swing- und Jazznummern, Popmusik und selbstkomponierten Songs die Zuhörer begeisterte. Sr. M. Theresia gratulierte ihrer Nachfolgerin auf humorvolle Weise mit dem Motto "Pfeif auf deine 50". Nur wenige Tage später wurde die Geburtstagsfeier fortgesetzt. Weil auch der Schulleiter des Gymnasiums, Herr Stefan Zingler, am 02.02. sein 50. Lebensjahr vollendet hatte, luden die Geburtstagskinder zur 100-Jahr-Feier beide Kollegien und unseren Konvent ein. Während des Mittagessens gab es manche lustige "Einlagen" aus den Reihen der Kolleginnen und Kollegen. Ein Vivat auf die beiden Fünfziger!

Weniger lustig, aber intensiv ging es während der Fastenzeit in den "stillen Pausen" zu, in denen die Schülerinnen der Oberstufe und die Lehrpersonen in den Meditationsraum eingeladen waren. Sr. M. Theresia gab jeweils eine kurze Einführung zum stillen Verweilen in der Gegenwart Gottes.

Menschen, die gern einen ganzen Tag im Schweigen verbringen möchten, nahmen an dem ersten der fünf "Wüstentage" in diesem Jahr im Kloster teil. Elemente dieser Tage sind Impulse christlicher Mystiker, Einführung in die Kontemplation, Sitzen in der Stille, eutonische Körperübungen, Zeit zur persönlichen Besinnung und Teilnahme an der Vesper. Die Tage sind alle voll belegt.

Alternativ zu den Karnevalstagen hielt Sr. M. Theresia in Elkeringhausen/Winterberg im 33. Jahr das Meditationswochenende "Wege nach innen" für Religionslehrer, die sich auf das Thema einließen "Gott suchen mit allen äußeren und inneren Sinnen".

Sr. M. Gabriela und Sr. M. Theresia engagieren sich auch weiterhin als Meditationsbegleiter bei den Meditationen im Dom. Das Projekt wird seit Januar 2009 regelmäßig jeden Mittwoch von 12.15 Uhr bis 12.45 Uhr durchgeführt.

März 2010

Mit Sr. M. Laetitia betrauerten wir den Tod ihres Vaters, der in München an den Folgen einer Herzoperation starb. R. i. p.
Sr. M. Laetitia konnte die letzten beiden Wochen noch bei ihm weilen. Sie stand auch ihrer Mutter in dieser schweren Zeit in ihrer Heimatstadt Schondorf am Ammersee hilfreich zur Seite.

Am Sonntag Laetare hatte der Freundeskreis wieder zu einer besinnlichen Stunde eingeladen. Eine von Frau Mecke ausgewählte Bildmeditation, die Ansprache von Herrn Pastor Thaddäus und die von Herrn Mecke gespielten Bachchoräle für Orgel erschlossen das Thema "Umkehr mündet in Freude".

Die ersten ehemaligen Schülerinnen, die sich in diesem Jahr wieder bei uns trafen, waren die Abiturientinnen von 1960. Sie feierten ihr 50-jähriges Jubiläum mit einer Dankmesse, in der sie auch besonders ihrer verstorbenen Mitschülerinnen gedachten.

Gelegentlich besuchen uns auch immer mal wieder ehemalige Schülerinnen noch aus der Vorkriegszeit oder deren Verwandte. Da ein Besuch aus Kalifornien nicht alltäglich ist, sei er eigens erwähnt. Mrs Irene Chapnick kam mit ihrem Mann auf Spurensuche ihrer Mutter Mrs Gerda Rich, geb. Rosenbaum, Schülerin von 1926 - 1936. Als Jüdin musste diese emigrieren. Die Stadt Paderborn lädt seit Jahren schon ehemalige jüdische Mitbürger oder deren Nachkommen offiziell zu einem Besuch ein als Zeichen der Versöhnung. Zu diesen Gästen gehörte im vorigen Jahr Mrs Nurit Kleingrub, Tochter unserer Schülerin Hilde Kosses (1929 - 1935) aus Israel.

April 2010

"Frauen finden Kirche" - unter diesem Motto fanden an die hundert Mitglieder der KFD zu uns. Dieses neue Projekt auf Diözesanebene von Frauen für Frauen vereinte die Teilnehmerinnen zu einem Gottesdienst in unserer Kirche und anschließendem Imbiss in der Cafeteria.

Wiederholt waren Vertreter der Denkmalbehörde und Restauratoren bei uns, um unsere großen Gemälde aus dem 17. Jahrhundert im Hinblick auf ihre Restaurierung zu begutachten. Da die Presse erfahren hatte, dass die Gemälde jetzt in die Denkmalliste der Stadt Paderborn aufgenommen werden, kam sie, um genauere Informationen zu den Darstellungen des hl. Erzengels Michael, des hl. Pierre Fourier, der sel. Alix le Clerc sowie der hl. Gertrud und Maria Margareta Alaquoc zu erhalten.

Mai 2010

Im Frühjahr setzte bei uns bereits die Reisezeit ein. Zuerst fuhr Sr. M. Theresia mit ihrem Bruder nach Danzig, um dort eine neue Gedenkstätte für ihren im Krieg gefallenen Vater (+ 21.03.1945) einzurichten. Die bisherige Gedenktafel an der Kirchenwand von Jeziernik in der Danziger Niederung ließ der dortige Pfarrer entfernen. Nun konnte auf dem Friedhof eine neue Stätte erworben werden. Sr. Theresia war beeindruckt von der gelungenen Gestaltung und auch von der Anteilnahme der Dorfbewohner.

Sr. M. Veronika nahm als Präsidentin der Föderation der Augustiner Chorfrauen zusammen mit Sr. Maria aus Bratislava und Sr. M. Dorothea aus Essen an einem internationalen Treffen der Gemeinschaften desselben Ursprungs in Nancy teil. Es gab ein harmonisches Miteinander. Im Mittelpunkt standen die Besuche der Gründungsstätten in Mattaincourt, Poussay, Remiremont, Mirecourt und Hymont.

Sr. M. Ancilla begleitete als Französischlehrerin eine Gruppe von Realschülerinnen aus den Klassen 8 - 10 zu der Partnerschule nach Sambin. Außer den Begegnungen mit den französischen Austauschschülerinnen und - schülern in deren Familien und in der Schule gab es Ausflüge zu den Loire-Schlössern und nach Tours.

Juni 2010

Der Heimgang einer Mitschwester gehört immer zu den geistlichen Ereignissen im Leben unseres Konventes. Das gilt besonders angesichts des Todes unserer lieben Mutter Agnes Viskorf, die am Sonntagabend des 06. Juni heimgerufen wurde. Ihre Kräfte hatten in den vergangenen Jahren schon deutlich nachgelassen, aber sie weilte immer unter uns in ihrer liebenswerten Art. Am 30. April musste sie sich plötzlich einer Darmoperation unterziehen. Zu Pfingsten war sie wieder so weit genesen, dass sie am Gottesdienst teilnehmen konnte. Bei ihren Gehversuchen mit dem Rollator zog sie sich aber einen Oberschenkelhalsbruch zu, der wieder eine OP erforderte, von der sie sich nicht mehr erholte. Ganz ruhig und still durfte sie eingehen in die Freude des Herrn. R. i. p.
Ihre Angehörigen, viele Kolleginnen und Kollegen, Freunde und Bekannte feierten mit uns das Auferstehungsamt, bei dem der Sarg vor dem Altar stand, und begleiteten M. Agnes auf ihrem letzten Weg zum Grab auf dem Ostfriedhof. In der Kondolenzpost brachten sie zum Ausdruck, was Mutter Agnes ihnen in ihrer über 17-jährigen Amtszeit als Oberin bedeutet hat. Im Konvent werden wir der lieben Verstorbenen ein dankbares Gedenken bewahren für all ihr vorbildliches Wirken als Mitschwester, Novizenmeisterin und Oberin.

Noch ganz unter dem Eindruck des Todes von Mutter Agnes fanden am 07.06. unsere Konventswahlen statt unter dem Vorsitz von Weihbischof Matthias König. Da Sr. M. Ancilla nach 9-jähriger Amtszeit als Oberin zurücktreten wollte, sprach der Konvent Sr. M. Veronika das Vertrauen aus. Sie nahm die Wahl an. Da sie schon von 1889 bis 2001 den Konvent leitete, hat sie reiche Erfahrung im Amt als Oberin. Sr. M. Ulrike wurde als Assistentin wieder gewählt. Sie ist im Gymnasium neben dem Unterricht als Oberstufenkoordinatorin tätig. Als neu gewählte Ratsfrauen gehören noch Sr. M. Gabriela und Sr. M. Ancilla zum Leitungsteam.
Sr. M. Ancilla ist jetzt wieder mit voller Stundenzahl und als stellvertretende Schulleiterin in der Realschule. Außerdem assistiert sie Sr. M. Laetitia in der Prokuratur, die diese inzwischen von Sr. M. Raphaele übernommen hat.
Sr. M. Raphaele hatte jahrzehntelang als Prokuratorin die Last der Verwaltung des Klosters getragen. Zum 1. Mai legte sie altersbedingt die Aufgabe in jüngere Hände. Als ausgebildete Betriebswirtin ist Sr. M. Laetitia dafür gut gerüstet.

Im Rahmen einer Konventsfeier verabschiedete Sr. M. Veronika die ausscheidenden Mitglieder des Leitungsteams und hieß die neuen Mitglieder willkommen. Sie hob in ihrer Ansprache besonders Sr. M. Ancillas unermüdlichen Einsatz und ihre Sorge für den Konvent hervor. Sr. M. Ancilla hat deutliche Weichen für die Zukunft gestellt, indem sie die Gemeinschaft geistlich zu führen verstand und ihr auch durch die Sanierung von Kirche und Kloster eine neue Wohnstatt gegeben hat. Sr. M. Ancilla dankte ihrerseits dem Konvent für die Unterstützung , die sie in all den Jahren erfahren hat.

Unter den verschiedenen Gruppen, die in diesem Monat eine Kirchenführung wünschten und das Kloster besichtigen wollten, waren u.a. eine ND-Gruppe und die ehemaligen Schülerinnen des Abiturjahrgangs 1970, zu denen auch Frau Angelika Scheermesser, unsere Gymnasiallehrerin, gehört.

Mitten im "heißen" Schuljahrsende (30.06.) schaffte Sr. M. Ulrike es noch, einen Besinnungsnachmittag in der Abtei Varensell zu halten, an dem 20 Ordensleute teilnahmen. Ihr Thema "Alles wirkliche Leben ist Begegnung"(Martin Buber) umfasste die verschiedenen Arten der Begegnung mit der Welt, mit anderen Menschen, mit sich selbst und mit Gott.

Juli 2010

In den heißen Sommerwochen weilte Sr. M. Christina, Novizin aus Offenburg, für drei Wochen in unserem Konvent, nachdem sie im Frühjahr schon eine ähnliche Zeit im Essener Kloster zugebracht hatte. Um unseren Konvent kennen zu lernen war auch Sr. Maria aus Bratislava, Assistentin der Föderation, für eine Zeit bei uns.

Am Ende des Schuljahres gab es noch einen großen Stabwechsel in der Schulleitung unseres Gymnasiums: Unser bisheriger Schulleiter, Herr OStD Stefan Zingler, wurde nach 19-jähriger Tätigkeit als Lehrer für die Fächer Mathematik, Chemie und Informatik und 7 Jahren als Schulleiter in feierlichem Rahmen verabschiedet. Er wechselt als sog. Qualitätsprüfer in das Erzbischöfliche Generalvikariat, wo er demnächst für alle katholischen Schulen in kirchlicher Trägerschaft in den Bistümern Paderborn und Essen im Bereich der Qualitätsanalyse und -sicherung tätig sein wird. In vielen Gruß- und Dankworten wurde die gute Zusammenarbeit mit ihm als Lehrer und Schulleiter gewürdigt. Sr. M. Veronika verglich sein Wirken mit der Figur eines Kapitäns, der das Schulschiff St. Michael erfolgreich durch alle sonnigen und manchmal auch schulpolitisch stürmischen Meere lenkte. Die bisherige Stellvertreterin, Frau StD' Elisabeth Cremer, wird mit Herrn StD Wilfried Fastlabend die kommissarische Schulleitung im kommenden Schulhalbjahr übernehmen.

Die Ferienzeit begann nicht für alle Schwestern mit Erholung innerhalb oder außerhalb des Klosters, sondern im Krankenhaus. Während Sr. M. Theresia nach einigen Tagen entlassen werden konnte, musste Sr. M. Raphaele sich in Geduld üben. Nach 14 Tagen kam sie zur weiteren Behandlung ihres Schlaganfalls in die Reha nach Bad Wünnenberg. Nun verbringt sie noch eine Erholungszeit in Bad Lippspringe.

Ab 23. Juli herrschte in Paderborn wieder die fünfte Jahreszeit: Libori. Im Schatten des Domes hörten wir nicht nur das häufige, festliche Geläut der Gocken , sondern auch viele Gäste machten auf ihrem Weg zur Kirmes einen Abstecher zu uns. Abseits des Trubels haben viele die Angebote des "Klosters am Weg" angenommen, das Sr. M. Ulrike mit Vertretern aus zehn Gemeinschaften des Erzbistums organisiert hat. Neben Gesprächen mit den verschiedenen Ordensleuten im Innenhof gab es die Möglichkeit in der Kirche an den stündlichen Gebetszeiten oder im Kloster am meditativen Tanzen teilzunehmen oder ein Mandala aus Ton zu gestalten. Ein eigenes Kinderprogramm lockte auch die Kleinen mit ihren Eltern zu uns.

Zum Abschluss der Liboriwoche besuchten uns zwei junge Augustiner Chorherren aus dem Kloster Paring in Niederbayern, Herr Bernhard und Herr Ulrich. Sie machten eine Rundreise durch Deutschland, Belgien und England zu den Chorfrauen unserer Föderation und der Windesheimer Kongregation. Von ihrer und von unserer Seite wurden gegenseitig viele Fragen gestellt zum heutigen Ordensleben.

August 2010

Zum Gedenktag von Edith Stein (09.08.) erging an Sr. M. Theresia die Bitte , einen meditativen Vortrag im Rahmen der Kulturtankstellen 2010 in Essen in der Stiftskirche des Karmel "Maria in der Not" zu halten. Sie wählte als Thema "Bewältigung des Alltags nach dem Zeugnis von Edith Stein - als Anruf Gottes an uns". Ein Chor mit Gesängen aus Taizé unterstützte jeweils die Pausen zur Besinnung in der dicht gefüllten Kirche.

Alle Schwestern , außer Sr. M. Elisabeth, die aus Altersgründen das Haus nicht mehr verlassen kann, verbrachten ihren Urlaub an verschiedenen Orten. Sr. M. Ancilla und Sr. M. Laetitia erholten sich wieder beim Bergsteigen im schweizerischen Wallis. Zum Abschluss erhielten sie noch eine Einladung zum Besuch der diesjährigen Passionsspiele in Oberammergau. Sr. Veronika machte Besuche bei ihren Verwandten, ebenso Sr. M. Antonia. Sr. M. Anna erholte sich wie immer am besten in ihrer österreichischen Heimat im Salzburger Land. Sr. M. Ulrike machte sich auf den Weg nach Augsburg, um ihrem Namenspatron, dem hl. Ulrich, näher zu begegnen. Sr. M. Theresia folgte der Einladung eines polnischen Pastors, dessen Dissertation zur Erlangung des Doktorgrades in Theologie sie korrigierend begleitet hatte, und flog nach Breslau. Danach suchte sie Erholung für Leib und Seele in der Heimat des hl. Bruder Klaus in Flüeli-Ranft. Sr. M. Gabriela folgte einer Einladung zum Urlaub in der Nähe von Hamburg. Sr. M. Josefa fuhr mit Sr. M. Veronika nach Bratislava, um von dort aus ihre nördliche tschechische Heimat wieder zu sehen. Sr. M. Paula wird noch ihren Urlaub mit der Feier des 85. Geburtstages ihrer Schwester verbinden. Jede Schwester ist - Gott sei Dank - gesund wieder heimgekehrt und bereichert durch ihre Erfahrungen den ganzen Konvent.

Am Ende dieses Rückblicks ist es uns ein Anliegen, allen Verwandten, Freunden, Wohltätern und Gästen, unseren Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen in Schule und Kloster, unseren ehemaligen und jetzigen Schülerinnen, die uns in diesem Jahr auf vielfältige Weise unterstützt haben, von Herzen Dank zu sagen für ihre Verbundenheit und Anteilnahme.

Sr. M. Theresia Brammen