Klosterkirche St. Michael
Ein sakraler Raum sollte anziehend wirken und den Besucher zum Verweilen einladen. Und so bilden die beiden liturgischen Orte der nach einem Entwurf der Künstlerin Claudia Krämer neu gestalteten Kirche im Michaelskloster, der Altar- und der Schwesternchorbereich, je gleichsam eine geöffnete, bergende Armbewe- gung. Im Altarraum kommt dies durch die im Halbkreis angeordneten Glas- elemente, im Chorraum durch die zum Kirchenschiff hin gebogenen Glasparavents zum Ausdruck.
Die Lichtdurchlässigkeit des Glases ist Ausdruck des Göttlichen und unterstreicht so den sakralen Charakter des Raumes. Hier feiern wir Schwestern das Lob Gottes im Stundengebet und in der Eucharistie. Der tägliche Schulgottesdienst, Hochzeiten, Hochzeitsjubiläen und Konzerte führen unserer Kirche zahlreiche Besucher zu.
Im Psalm 122 singt der Psalmist: "Ich freute mich, als man mir sagte: Zum Haus Gottes wollen wir pilgern."
 
Diese Freude an Gott wird durch die warmen Rottöne zum Ausdruck gebracht. Sowohl das Standkreuz als auch der Tabernakel werden durch das intensive Rot ihrer Bedeutung gemäß unterstrichen und einander zugeordnet.
Die Michaelsfigur
 
Das Licht der Sonne war für die Barockkünstler das Kleid oder der Mantel Gottes. Die jüngste Renovierung der Michaelskirche hat diesen Gedanken aufgegriffen und die Lichtdurchlässigkeit des Raumes wieder hergestellt.
 
Der Westchor symbolisiert den Ort des Sonnenuntergangs, er ist Hinweis auf Tod und Vollendung. Am Übergang zum neuen Leben steht Michael, der Seelenwäger, der uns Menschen zur Vollendung in Gott geleitet.