Innovativ von alters her

Lange bevor die Emanzipation der Frau seit den 60-er Jahren des letzten Jahrhunderts in Politik und Gesellschaft das Thema wurde, setzten die Gründer des Ordens der Augustiner Chorfrauen C.B.M.V. schon im ausgehenden 16. Jahrhundert Maßstäbe für eine emanzipatorische Entwicklung. Die allgemeine Schulbildung sollte für breite Bevölkerungsschichten ermöglicht werden. Pierre Fourier, der Gründer, erkannte die besondere Benachteiligung von Mädchen und Frauen, weil sie wegen mangelnder Bildung auf die Versorgung durch Väter, Ehemänner oder Brüder angewiesen waren. Indem Mädchen aller Schichten kostenlosen Unterricht im Lesen, Schreiben, Rechnen, in Religion und Handarbeiten erhielten, würden sie unabhängig vom Lebensunterhalt durch die Männer. Außerdem, so sahen es schon die Gründer, würden die zukünftigen Frauen durch ihr Wissen und ihre Bildung über die Erziehung eigener Kinder Einfluss nehmen auf die Gestaltung der Gesellschaft. Dabei sollten die Schulen stets auf der Höhe der Zeit geführt werden, um den sich wandelnden Ansprüchen gerecht zu werden.

Seit 1658 erfüllen wir Augustiner Chorfrauen im Michaelskloster Paderborn diesen Erziehungs- und Bildungsauftrag. Derzeit besuchen etwa 1400 Schülerinnen und seit 2013 auch Schüler das Gymnasium und die Realschule St. Michael. Der Fächerkanon hat sich selbstverständlich erweitert, die Schulen sind staatlich anerkannt und vermitteln gleichwertige Abschlüsse wie die öffentlichen Schulen. Bei allen Entscheidungen bezüglich Schulprogramm und -profil und der Gestaltung des Schullebens steht nie nur die reine Wissensvermittlung im Vordergrund, sondern geht es stets um eine ganzheitliche Erziehung und Bildung der Kinder und Jugendlichen auf der Grundlage christlicher Werte. Deshalb stellt diese private, katholische Schule eine echte Alternative in der Paderborner Schullandschaft dar.

Träger der Schulen St. Michael ist seit dem 1. August 2012 das Erzbistum Paderborn.

Die Schulen St. Michael in Stichworten:

  • Dreizügiges, achtjähriges Gymnasium mit differenzierter Oberstufe bis zum Abitur
  • Zweizügige Realschule bis Klasse 10
  • Offener Ganztag mit pädagogischer Übermittagbetreuung
  • Stundenrhythmus: 67,5 Minuten
  • Spielnachmittage zum besseren Kennenlernen
  • Schülerinnen helfen Schülerinnen als "Klassenpaten"
  • Nach der Erprobungsstufe ist ein Wechsel von einer Schulform zur anderen möglich.
  • Differenzierung mit Neigungsschwerpunkt ab Klasse 7
  • Viele individuelle Förderangebote
  • Zahlreiche Arbeitsgemeinschaften
  • Tage religiöser Orientierung
  • Klassen- und Studienfahrten, Exkursionen
  • Betriebspraktikum und alle zwei Jahre "Jobinformationsbörse" (JoinMi)
  • Der Qualifikationsvermerk nach der zehnten Klasse berechtigt zum Übergang von der Realschule in die gymnasiale Oberstufe.